„Ich spreche mit ihm“

Trump: „Putin will kein NATO-Gebiet angreifen“

Außenpolitik
04.09.2026 22:32
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hält nach den deutschen Vorwürfen gegen Russland wegen des versuchten Drohnenanschlags am Flughafen Leipzig an seiner Einschätzung fest, dass Kreml-Chef Wladimir Putin keinen Angriff auf NATO-Gebiet plant.

„Ich spreche mit ihm. Ich kenne ihn sehr gut. Putin will kein NATO-Gebiet angreifen“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Zugleich kündigte er einen neuen diplomatischen Vorstoß zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine an.

Seine Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff seien mit einem Vorschlag „zur Beendigung des Kriegs“ auf dem Weg nach Moskau und Kiew. „Wir haben sie hingeschickt, um zu sehen, ob wir etwas erreichen können“, so Trump. Es gebe möglicherweise eine gute Chance dafür.

Ähnlich hatte sich Trump bereits Ende August geäußert, nachdem CIA-Chef John Ratcliffe überraschend zu Besuch in Moskau war. Das „Wall Street Journal“ und das Magazin „Politico“ berichteten zuvor, Ratcliffe habe den Kreml vor einem Angriff auf NATO-Verbündete gewarnt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bundesregierung Russland allerdings noch nicht offiziell für den Anschlagsversuch verantwortlich gemacht.

CIA-Chef John Ratcliffe
CIA-Chef John Ratcliffe(Bild: AFP/Andrew Harnik/Getty Images)

Die mit Sprengstoff und einem Zündmechanismus präparierte Drohne war Anfang August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die deutsche Bundesregierung hatte Russland Anfang der Woche deshalb einen versuchten Sprengstoffanschlag vorgeworfen. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine.

Die Drohne, die von einem Busfahrer auf dem Rollfeld gefunden wurde, war Stunden zuvor in die ...
Die Drohne, die von einem Busfahrer auf dem Rollfeld gefunden wurde, war Stunden zuvor in die Tragfläche des ukrainischen Frachtflugzeugs eingeschlagen.(Bild: EPA/FILIP SINGER)

Auch Österreich bestellte Botschafter ein
Deutschland verhängte daraufhin Strafmaßnahmen gegen Russland. Unter anderem sollen das russische Generalkonsulat in Bonn und das Russische Haus in Berlin schließen. Mehrere EU-Staaten – darunter Österreich – bestellten russische Diplomaten ein, zudem bereitet die EU weitere Sanktionen vor.

Russland weist die Vorwürfe zurück. Kreml-Chef Putin bezeichnete die deutschen Maßnahmen als „Fehler“ und warf der Berliner Bundesregierung vor, aus innenpolitischen Gründen zu handeln.

Witkoff und Kushner in Moskau und Kiew
Die beiden US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner werden am Sonntag nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew erwartet. Zuvor würden sie Moskau besuchen, teilte Selenskyj am Freitag mit. Während ihres Aufenthalts in der russischen Hauptstadt werde die Ukraine die Sicherheit im russischen Luftraum garantieren. Umgekehrt müsse auch Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine während des Besuchs der beiden Gesandten einstellen.

Wegen Sicherheitsbedenken war bis zuletzt nicht klar, ob die am Wochenende geplante Reise der beiden Unterhändler von US-Präsident Donald Trump stattfindet. Die US-Regierung forderte Insidern zufolge erst Garantien, dass die Ukraine während des Aufenthalts der Gesandten Moskau nicht angreife und Russland im Gegenzug Kiew verschone.

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