Doppelpremiere bei Apple: John Ternus ist am Mittwochabend erstmals anstelle des ehemaligen Firmenchefs Tim Cook vor die Weltpresse getreten, um die neuesten Produkte des kalifornischen Tech-Giganten zu präsentieren. Mit dabei: Das erste faltbare Smartphone des Konzerns, das iPhone Duo. Was es kann, was es kostet, wann es kommt - wir verraten Ihnen die Details.
„Hello and welcome to Apple Park“, begrüßte Ternus nach einer humorigen Staffel-Übergabe durch seinen Vorgänger Tim Cook das Publikum, um dann gleich zur Sache zu kommen: den Herbst-Neuheiten. Bis zum Star des Abends sollten sich die Zuschauer aber noch gut eine Stunde gedulden müssen. „Here’s one more thing“, leitete Fernus in Anspielung an den berühmten Sager von Firmengründer Steve Jobs zum iPhone Duo über.
Konkurrenten hätten Falt-Telefone entwickelt, die sich wie „zwei aneinander geklebte Smartphones“ anfühlten, begründete Ternus die Entscheidung für das Format. Mit den von Apple gewählten Abmessungen könne man dagegen besser von der größeren Fläche des inneren Displays mit einer Diagonalen von 7,6 Zoll profitieren. Der äußere Bildschirm hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und 90 Prozent der Fläche eines iPhone 18 Pro. Aufgeklappt sei es das bisher dünnste iPhone-Modell.
Beide Displays lassen sich auch mittels Stift bedienen. Das iPhone Duo sei wirklich das vielseitigste iPhone aller Zeiten, pries Apple. Eine Titanplatte dient demnach als unterste Schicht und sorgt für zusätzliche Strapazierfähigkeit; das Ganze wird durch ein Titan-Gehäuse zusammengehalten, das aus über 100 winzigen Präzisionsbauteilen besteht.
Neuer Prozessor
Für den Antrieb sorgt Apples neuer A20-Prozessor, dem das Unternehmen mit dem C2 ein schnelleres und stromsparendes Modem zur Seite stellt. Platz für eine physische SIM-Karte gibt es nicht mehr, das Gerät unterstützt ausschließlich eSIM. Die Laufzeit gibt der Konzern mit bis zu 24 Stunden an. Bei der Videowiedergabe sollen auf dem inneren Display bis zu 31 Stunden möglich sein und bis zu 44 Stunden auf dem äußeren Display. Einmal leer, soll sich der Akku binnen 20 Minuten zur Hälfte aufladen lassen.
In puncto Kamera bietet das Duo eine 48-Megapixel-Hauptkamera und eine Tele-Linse mit zwölf Megapixeln, deren optischer Zoom konstruktionsbedingt jedoch auf eine zweifache Vergrößerung beschränkt ist. Das innere Display verfügt über eine neue FaceTime-Kamera, die sowohl bei vollständig geöffnetem Gerät als auch auf einer Oberfläche aufgestützt funktioniert. Mit der Dual-Aufnahme-Funktion lassen sich Szenen gleichzeitig mit der Front- und der Rückkamera aufnehmen. Mit „Duo FaceTime“ soll zudem eine weitere Person über das äußere Display an Video-Anrufen teilnehmen können. Verzichten müssen Nutzer indes auf die Gesichtserkennung FaceID: Das Gerät wird wie frühere Modelle per Fingerabdruck entsperrt.
Preis und Verfügbarkeit
Erhältlich sein soll das Falt-iPhone ab dem 23. Oktober. Der Einstiegspreis für das wahlweise in „Sternenweiß“ oder „Nachthimmel“ erhältliche Gerät liegt bei 2319 Euro (256 Gigabyte). Die 512 Gigabyte gibt es ab 2569 Euro, das Terabyte um 3069 Euro. Richtig tief müssen Nutzer allerdings für die Variante mit zwei Terabyte in die Tasche greifen: Sie soll ab 3819 Euro in den Handel kommen.
iPhone 18 Pro und Pro Max
Den Auftakt hatten zuvor das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max gemacht. Sie kommen mit verbesserten Siri- und Kamera-Fähigkeiten wie dem nachträgliche Verändern der Perspektive mittels KI daher, die von Apples neuem A20-Pro-Prozessor gestemmt werden. Er sei „bei Weitem“ der schnellste Prozessor in einem Smartphone, so der Konzern unter Verweis auf die üblichen Steigerungen bei CPU- und GPU-Performance. Trotz dieser soll es keinerlei Einbußen bei der Akku-Laufzeit geben, im Gegenteil: Apple verspricht bei typischer Nutzung bis zu 24 bzw. 30 Stunden mit einer Ladung, die via Kabel nun schneller gelingt. In etwa 15 Minuten sollen die neuen iPhones zur Hälfte geladen sein.
Variable Blende
Die 48-Megapixel-Hauptkamera verfügt nun über eine variable Blende, um sich automatisch der Szene anzupassen. Neue „Pro Controls“ der Kamera erlauben neben der Blende zudem die manuelle Anpassung von Verschlusszeit oder etwa Weißabgleich. Eine neue Funktion namens „Apple Reference Image“ verspricht darüber hinaus, die Echtheit eines mit dem iPhone 18 Pro aufgenommenen Fotos zu belegen, indem es die Fotodaten zum Zeitpunkt der Aufnahme auf Pixelebene signiert und in ein unveränderbares Bild umwandelt, das in der Fotos-App gespeichert wird. „Das ist so, als hätte man ein digitales Negativ“, so Apple. EU-Nutzern bleibt die Funktion vorerst jedoch vorenthalten.
Erhältlich sein soll das neue iPhone 18 Pro ab dem 18. September in den Farben Burgunder, Polar, Silber und Schwarz zum Preis von 1449 Euro (256 GB), die Max-Variante startet ab 1599 Euro. Wie beim Duo gibt es auch erstmals eine Variante mit zwei Terabyte Speicher, die ab 2949 Euro bzw. 3099 Euro erhältlich sein soll.
AirPods 5
Ebenfalls vorgestellt wurden die neuen AirPods 5. Sie versprechen ebenfalls ab dem 18. September zum Preis der Vorgängerversion von 149 Euro Verbesserungen bei Klang und Geräuschunterdrückung sowie Live-Übersetzungen. Für 20 Euro mehr gibt es eine Version mit geringfügig längerer ANC-Laufzeit von fünf Stunden, einem Drucksensor zur Lautstärkeregelung sowie der Möglichkeit, das dazugehörige Case kabellos aufzuladen.
Watch Series 12 und Watch Ultra 4
Die neue Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4 verfügen über den neuen S11-Prozessor und sollen Gesundheitsdaten präziser aufzeichnen und messen als ihre Vorgänger. Das integrierte Mikrofon soll zudem mithilfe von „Audio Intelligence“ Umgebungsgeräusche wie Sirenen, Türklingeln oder das Schreien eines Babys identifizieren, wovon vor allem in ihrem Hörvermögen beeinträchtigte Nutzer profitieren sollen.
Die Laufzeiten wurden laut Apple bei beiden Smartwatches verbessert und sollen nun bis zu 24 bzw. 50 Stunden betragen. Die Preise starten bei 449 bzw. 899 Euro.
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