„Kontrolle im Orbit“

Bestätigt: USA haben Waffen im Weltall stationiert

Außenpolitik
15.09.2026 09:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die USA haben erstmals offiziell die Stationierung von Waffen im Weltraum bestätigt. Welches Kriegsgerät genau dort eingesetzt wird, wollen sie allerdings nicht sagen. Auch China und Russland verfügen über militärische Fähigkeiten im All.

„Die USA verfügen über Waffen zur Weltraumkontrolle im Orbit“, erklärte ein Sprecher der US Space Force am Montag, ohne allerdings Einzelheiten zu den Waffen zu nennen. Er teilte lediglich mit, dass sie „in der Lage sind, den gemeinsamen Kampfverband gegen feindliche Aktionen zu verteidigen“.

„Offensive und defensive Zwecke“
Die Weltraumkontrolle umfasse die Einsatzbereiche, „die erforderlich sind, um den Weltraum zu kontrollieren und zu verteidigen“, hieß es in der Erklärung weiter. Dabei kämen „kinetische und nicht-kinetische Mittel“ zum Einsatz. Diese Fähigkeiten könnten „sowohl für offensive als auch für defensive Zwecke eingesetzt werden“.

Trump gründete Weltraum-Armee
In seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump 2019 eine United States Space Force als eigene Truppengattung ins Leben gerufen. Sowohl Russland als auch China – die beiden geopolitischen Hauptrivalen der USA – stellen potenzielle Bedrohungen für die US-Interessen im Weltraum dar.

Auch China und Russland rüsten auf
China entwickle und betreibe „Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten als Teil einer Strategie zur Modernisierung des Militärs“, erklärte die Space Force. Russland wiederum betrachte „den Weltraum als Kriegsschauplatz“. Moskau gehe davon aus, „dass die Vorherrschaft im Weltraum ein entscheidender Faktor in zukünftigen Konflikten sein wird“.

Vertrag verbietet Atomwaffen
Um das Horror-Szenario von Atomwaffen im Weltraum auszuschließen, wurde 1967 der Weltraumvertrag unterzeichnet, der eine Stationierung verbietet und eine friedliche Erforschung des Alls vorsieht. Zu den Unterzeichnern gehören die USA, China und Russland. Zuletzt warnte die NATO jedoch davor, dass Russland den Vertrag brechen könnte.

Satelliten als mögliche Ziele
Auf Satelliten oder Raumschiffen stationierte konventionelle Waffen sind von vornherein nicht erfasst. Zudem gewinnt das Hacken und Stören von Satelliten zunehmend an Bedeutung. Sowohl Russland als auch die USA, China und Indien loten ihre Möglichkeiten dazu aus, wie sie außerhalb des Vertrags agieren können, unter anderem durch Angriffe auf die für die militärische Kommunikation, Überwachung und Navigation wichtigen Satelliten der Rivalen.

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