Das Weiße Haus baut Insidern zufolge Druck auf die Europäische Union auf, ihre Diesel-Notvorräte abzubauen. Hintergrund des US-Vorstoßes sind die steigenden Kraftstoffpreise infolge des von den USA und Israel begonnenen Irankriegs.
Die auch in den USA stark steigenden Dieselpreise sind für Trump und die Republikaner zu einem politischen Problem geworden, insbesondere in den Agrarstaaten, in denen der Kraftstoff für die Landwirtschaft, den Lkw-Verkehr und das verarbeitende Gewerbe von großer Bedeutung ist.
US-Vertreter zeigten sich dabei insbesondere von Deutschland und Frankreich enttäuscht, da beide Länder ihre Zusagen zur Nutzung von Notfallreserven nicht eingehalten hätten, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen.
Im Rahmen eines Abkommens der Internationalen Energieagentur (IEA) von rund 30 Staaten hatten die USA im März vereinbart, 172 Millionen Barrel Öl aus ihren strategischen Reserven bereitzustellen.
Nicht alle haben Verpflichtungen erfüllt
Insgesamt sollten weltweit 400 Millionen Barrel freigegeben werden. Die EU-Staaten hatten zugesagt, gemeinsam 20 Prozent beizusteuern. US-Energieminister Chris Wright drängte die europäischen Partner am Dienstag öffentlich, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Während die USA und Japan ihre Zusagen einhielten, hätten mehrere europäische Mitgliedstaaten nur einen Bruchteil der versprochenen Mengen freigegeben.
EU soll einen Mittelweg finden
EU-Energiekommissar Dan Jørgensen erklärte ebenfalls am Dienstag, die Europäische Union habe mit IEA-Chef Fatih Birol über eine mögliche weitere Freigabe von Notfallreserven beraten. Eine Entscheidung stehe jedoch noch aus. Die EU müsse einen Mittelweg finden: Preise senken und zugleich die Bestände für potenziell schwerere Versorgungsengpässe sichern. Die US-Regierung prüft unterdessen weitere Maßnahmen zur Senkung der Dieselpreise, darunter Exportbeschränkungen für US-Raffinerien.
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