Tsunami blieb aus
Schweres Erdbeben der Stärke 7,6 in Panama
Ein schweres Erdbeben hat am Freitag das zentralamerikanische Land Panama erschüttert. Die US-Geologiebehörde USGS gab die Stärke mit 7,6 an. Zunächst gab es eine Tsunami-Warnung auch für angrenzende Länder, sie wurde später wieder aufgehoben.
Es kam es zu Schäden an Gebäuden, unter anderem an der Kathedrale San Juan Bautista in Penonomé. Über mögliche Verletzte lagen zunächst keine Angaben vor. Landesweit wies die Regierung die Schließung der Schulen an. In der Hauptstadt Panama-Stadt wurde der Betrieb auf zwei U-Bahn-Linien aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt, wie der Betreiber mitteilte.
Die Erschütterungen waren auch in der Hauptstadt Panama-Stadt zu spüren. Aus mehreren Gebäuden, darunter einer Metro-Station und einem Krankenhaus, wurden vorsorglich Menschen ins Freie gebracht. Laut USGS befand sich das Zentrum des Bebens an der südlichen Küste des Landes. Derart starke Erdstöße sind in Panama selten.
Stromversorgung unterbrochen
Der internationale Flughafen von Panama-Stadt stellte vorsorglich seinen Betrieb ein. Nach Angaben des Energieunternehmens Naturgy war die Stromversorgung in sechs Provinzen des Landes unterbrochen. „Das Geschehene darf nicht dazu benutzt werden, Alarm und Unordnung zu erzeugen“, schrieb Präsident José Raúl Mulino auf der Plattform X und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.
In mehreren Städten, vor allem im Süden des Landes, kam es zu Schäden:



„Wir haben Angst“, sagte der 74-jährige Ricardo Brown aus der Region Las Minas. „Wir sind hier nur zwei alte Leute. Das Haus hat Risse bekommen, und wir befürchten, dass es auf uns stürzen könnte.“ Der Leiter des panamaischen Zivilschutzes, Omar Smith, berichtete dem Sender Telemetro Reporta von weiteren Schäden in Chitre und entlang der Küste der Provinz Los Santos.
Das US-Tsunami-Beobachtungszentrum hatte vor möglichen gefährlichen Flutwellen an den Küsten von Panama, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Peru, Nicaragua, Guatemala, El Salvador und Mexiko sowie auf Hawaii gewarnt. Auch die chilenische Marine gab eine Tsunami-Warnung heraus. Die kolumbianische Katastrophenschutzbehörde teilte später unter Berufung auf die maritime Behörde mit, für die Pazifikküste des Landes bestehe keine Tsunami-Gefahr.
Wenige Tage vor Übung
Die Erschütterungen waren noch in San José, der Hauptstadt des Nachbarlandes Costa Rica, zu spüren, wie ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Das Beben ereignete sich nur wenige Tage vor einem landesweiten Katastrophenschutz-Test: Für den kommenden Montag war in Panama eine Übung geplant, um die Reaktion der Behörden auf Erdbeben zu erproben.

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