Streit um Putin-Deal

Trump will Selenskyj loswerden – Kiew reagiert

Außenpolitik
10.10.2026 22:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump fordert einen neuen ukrainischen Staatschef - doch aus Kiew kommt prompt eine klare Antwort. Außenminister Andrij Sybiha stellt sich hinter Wolodymyr Selenskyj und betont, wer über die Führung des Landes zu entscheiden habe. Der offene Schlagabtausch dreht sich auch um Trumps umstrittenen Diesel-Deal mit Kremlchef Wladimir Putin.

„Er hat die Unterstützung des ukrainischen Volkes, und dieses hat das Recht zu entscheiden“, schrieb Sybiha am Samstag auf der Plattform X. Stellungnahmen aus dem Ausland würden lediglich bestätigen, dass Selenskyj seine Arbeit gut mache. Der ukrainische Präsident verdiene Unterstützung, betonte der Außenminister.

Zuvor hatte Trump vor Reportern in Washington erklärt, es sei Zeit für einen neuen Präsidenten in der Ukraine. Selenskyj habe zahlreiche Gelegenheiten gehabt, den Krieg zu beenden, diese aber nicht genutzt, behauptete der US-Präsident. Die Ukrainer sollten sich einen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schließen könne.

Streit um Diesel-Deal mit Putin
Hintergrund der jüngsten Auseinandersetzung ist eine von Trump angekündigte Vereinbarung über Lieferungen von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland. Dafür setzen die USA ihre Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte vorübergehend aus.

Trump macht Selenskyj zudem für die Dieselknappheit mitverantwortlich. Der US-Präsident wirft der Ukraine vor, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor die Versorgung zu beeinträchtigen, und fordert ein Ende der Angriffe auf russische Raffinerien.

Selenskyj hatte den Deal zuvor scharf kritisiert. Nach russischen Angriffen auf Wohnhäuser in der Ukraine schrieb er in sozialen Medien: „Russland bedankt sich für die Aufhebung der Sanktionen gegen Dieselexporte, indem es fünf Gleitbomben auf Wohngebäude in Saporischschja abwirft.“

Wahl während des Krieges ausgeschlossen
Ein unmittelbarer Wechsel an der ukrainischen Staatsspitze ist derzeit nicht möglich. Laut Verfassung sind Wahlen während des Krieges ausgeschlossen. Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine. Kremlchef Putin hat mehrfach Angebote für einen bedingungslosen Waffenstillstand abgelehnt, während Selenskyj wiederholt Bereitschaft zu direkten Gesprächen signalisiert hat, Einladungen nach Moskau jedoch ausschloss.

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