Dass Flüge mit dem Privatjet alles andere als klimafreundlich sind, war bereits bekannt. Eine neue Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam wirft den reichsten Menschen der Welt jedoch nun vor, durch ihren Lebensstil und ihre Investitionsentscheidungen die Klimakrise massiver anzuheizen, als bisher angenommen.
Im vergangenen Jahr hätten Privatjets weltweit in nur zwei Sekunden mehr CO2 verursacht als ein Mensch aus der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung im gesamten Jahr, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.
Superreiche zur Verantwortung ziehen
Die Organisation legte die Studie „Disaster Divide“ rund zwei Wochen vor der UNO-Klimakonferenz COP31 vor und fordert, extrem Reiche stärker zur Verantwortung zu ziehen – etwa durch die Besteuerung hoher Vermögen.
Privatjets verursachten 2025 16 Millionen Tonnen CO2
Nichts symbolisiere den klimaschädlichen Lebensstil der Reichen eindrücklicher als Flüge mit Privatjets, erklärte Oxfam. Weltweit seien durch sie 2025 insgesamt 16 Millionen Tonnen CO2 verursacht worden. „Überreiche treiben die Welt in den Klimakollaps“, sagte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam. „Die Klimakrise ist eine Frage der sozialen Ungleichheit.“ Eine kleine Minderheit derjenigen, die einen Privatjet nutzen oder Milliardenvermögen besitzen, verantwortet demnach „mit ihrem Luxuskonsum und ihren Investitionen jedoch unverhältnismäßig viele Emissionen – auf Kosten der Mehrheit“.
Investitionen fließen in klimaschädliche Sektoren
Neben dem Lebensstil trage vor allem das Investitionsverhalten der sehr Reichen dazu bei, die Klimakrise zu verschärfen. Der Bericht untersuchte die Investitionen von 1000 Milliardären im Jahr 2025. Davon flossen 71 Prozent in besonders klimaschädliche Sektoren wie Öl, Gas oder Chemie.
Oxfam fordert daher, die Verursacher stärker zur Verantwortung zu ziehen. „Wer die Klimakrise so stark befeuert, muss auch für ihre Bewältigung zahlen“, sagte Schmitt. Die Organisation verlangt unter anderem mehr Besteuerung von hohen Vermögen, Privatjets und den Übergewinnen „fossiler Konzerne“. Zudem müsse man wirtschaftlich benachteiligte Länder und ärmere Bevölkerungsschichten unterstützen und eine konsequente Abkehr von fossilen Energien einleiten.
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