Das freie Wort

Bemerkungen zum Frauenvolksbegehren

Dieses Volksbegehren ist eine Mixtur aus vernünftigen Forderungen, die jeder Mensch unterzeichnen kann, und aus überzogenen, einseitigen, überhaupt nicht mehrheitsfähigen Forderungen, wie Frauenquoten in allen Bereichen, der Forderung nach kostenlosen Verhütungsmitteln, Schwangerschaftsabbruch auf Krankenkassenkosten, generelle Arbeitszeitverkürzung, die nur dem Weltbild und der Lebensplanung einer Minderheit entsprechen und dabei gleichzeitig der Mehrheit auf fast staatskommunistische Weise Vorschriften für die Lebensgestaltung machen wollen. Natürlich ist es nur recht und billig, dass dort, wo der Staat Einfluss ausüben kann, Frauen und Männer gleichberechtigt behandelt werden. Dies allerdings ist bereits weitgehend schon verwirklicht. In anderen Bereichen, vor allem in der Arbeitswelt, werden künstliche Bevorzugungen, die den wirtschaftlichen Erfordernissen nicht entsprechen, wohl kaum tatsächlich zu Änderungen führen. Dass natürlich für gleiche Leistung auch gleiche Entlohnung gezahlt werden muss, versteht sich von selbst. Aber natürlich gibt es fast immer auch leistungsmäßige Unterschiede zwischen jenen, die sich mit vollem Einsatz der Berufstätigkeit widmen, und jenen, die auch die Pflichten der Familienfürsorge wahrnehmen und ihre Berufstätigkeit wegen der Geburt eines Kindes manchmal unterbrechen müssen. Und die Karriereprobleme, die hier angesprochen werden, ist es wirklich das, was die Mehrheit der Frauen interessiert? Da muss man sich fragen, wer denn die Frauen sind, denen Karriere so wichtig ist. Ob es nicht andere, größere Gruppen von Frauen gibt, die ganz andere Probleme haben. Nämlich vor allem die Mütter. Den meisten Müttern ist ja ihre Mutterrolle viel wichtiger als eine berufliche Karriere. Jeder Frau, die Kinder geboren und zu ehrlichen, fleißigen Menschen erzogen hat, gebührt Dank und Anerkennung. Sie und ihre Leistung sind für den Staat wichtig, ja unersetzlich. Denn der Staat muss leben, es muss weitergehen mit ihm. Und dafür können nur die Mütter sorgen und nicht noch so tüchtige Karrierefrauen, die keine Kinder haben. Wir alle müssen anerkennen, dass Mütter es sehr oft nicht leicht haben. Deshalb verdient die Mutterschaft (und damit Familien) jede nur erdenkliche Hilfe vom Staat, das heißt Priorität. Natürlich muss das in erster Linie durch finanzielle Beihilfen geschehen. Aber nicht nur das. Den Müttern muss auch bei Erziehung und Betreuung der Kinder geholfen werden. Daher: Priorität für die Mütter und die Familien und nicht für die Forderung, Frauen unter allen Umständen in die Berufswelt zu zwingen. Kinderlose Karrierefrauen denken oft nicht daran, dass ein Frauenleben auch anders aussehen kann als das ihre. Der Schwerpunkt des Volksbegehrens liegt jedoch bei den Interessen dieser kinderlosen Karrierefrauen. Kurz: Dieses Frauenvolksbegehren richtet sich im Grundsatz sogar gegen Familien und gegen das Kinderkriegen. Deshalb haben auch viele, die sich die Forderungen dieses Volksbegehrens näher angesehen haben, nicht unterschrieben.

Peter F. Lang, Wien

Erschienen am Do, 11.10.2018

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