Stefan Hoffmann aus Wulkaprodersdorf ist Wünschelrutengeher und behauptet, dass er Wasseradern aufspüren und Schlafprobleme vertreiben kann. Seine Frau hält nichts davon, Firmen aber nutzen seine Gratisdienste. Beim „Krone“-Fotoshooting in einem Einrichtungshaus machte er gleich die Probe aufs Exempel.
„An so einen Hokuspokus glaube ich nicht!“, erklärte Stefan Hoffmann einem Arbeitskollegen im Brustton der Überzeugung, als dieser ihm 1979 von seinem Nebenerwerb, dem Wünschelrutengehen, erzählte. Doch irgendwie ließ Hoffmann dieses umstrittene Phänomen nicht los. Deshalb bog sich der neugierige Elektriker, der inzwischen längst in Pension ist, selbst eine Zweihandrute aus Schweißdraht.
Als er damit durch seinen Hof marschierte und die Ruten so kräftig ausschlugen, dass er sie kaum noch halten konnte, traute er seinen Augen nicht. „Wie ist das möglich?“, fragte er seinen Kollegen und erfuhr so erstmals von Erdgittern, benannt nach Hartmann, Curry und Benker.
Meine Ehefrau glaubt nicht daran. Aber alle, denen ich schon geholfen habe, wissen, dass es funktioniert
Wünschelrutengeher Stefan Hoffmann
Wissenschaftliche Beweise fehlen bisher
„Die Linien dieser Gittersysteme sind harmlos. Doch Kreuzungspunkte sollte man meiden, weil sie Verspannungen sowie Schlaf-und Konzentrationsstörungen verursachen und sogar Krankheiten auslösen können“, behauptet Hoffmann. Dass wissenschaftliche Beweise dafür bislang fehlen, ist für den Hobby-Radiästheten kein Argument.
Er habe über 40 Jahre Erfahrung mit der Materie und schon mehreren Hunderten Menschen ein besseres Lebensgefühl beschert, sagt er und erzählt von einer Frau, die schon ganz fahl im Gesicht gewesen sei, weil sie nachts kein Auge zumachte: „Ihr Mann und sie hatten das Ehebett in ein anderes Zimmer verlegt. Während er friedlich schlummerte, war sie nach einer Stunde so aufgeladen, dass sie die restliche Nacht spazieren ging.“
Auch viele Häuslbauer beauftragen ihn gerne
Als Hoffmann mit seiner Rute feststellte, dass unter der Betthälfte der Frau eine Wasserader verlief, legte er dem Paar nahe, das Bett ins ursprüngliche Schlafgemach zurückzustellen. Doch der Ehemann weigerte sich. „Dann wechseln Sie 14 Tage lang die Seiten!“, schlug Hoffmann vor. Einen Monat später traf er das Paar zufällig wieder: „Die Frau sah aus wie das blühende Leben! Ihr Gatte hatte es nämlich keine Nacht auf der anderen Seite ausgehalten und das Bett noch vor dem Morgengrauen an seinen alten Platz geschoben.“
Auch von Häuslbauern und Unternehmern, die neue Firmengebäude errichten, wird Hoffmann kontaktiert, um vor Beginn der Bauarbeiten Wasseradern oder Erdkabel aufzuspüren. „Früher war das gang und gäbe. Der große europäische Arzt Paracelsus etwa tat das. Und auch Mose und Martin Luthers Vater, der Bergarbeiter war, waren Wünschelrutengeher“, weiß er aus Fachbüchern.
Unerklärliche Dinge
Sogar „Fernmutungen“ seien möglich. Dafür benötige man nur den Grundstücksplan und ein Pendel. Alles Weitere spiele sich auf der mentalen Ebene ab. Hoffmann stellt sich dabei die Grenzen des Grundstücks vor und fokussiert sich auf die Frage, ob Wasseradern oder Kabel durchs Erdreich verlaufen. Sei das der Fall, schlage das Pendel in die entsprechende Richtung aus.
„Ich war nicht immer so fühlig. Diese Sensibilität habe ich erst entwickelt, seit ich mich intensiv mit dem Rutengehen befasse. Dadurch habe ich gelernt, mich unerklärlichen Dingen zu öffnen“, erklärt Hoffmann. Deshalb verlangt er für seine Einsätze auch kein Geld: „Wenn ich nur Scheine im Kopf habe, kann ich nicht offen für anderes sein.“
Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.