Kika/Leiner-Insolvenz

Supernova will Immobilien schon wieder verkaufen

Wirtschaft
13.07.2023 22:38

1900 Stellen werden gestrichen, mehr als die Hälfte der Standorte geräumt. Doch das Karussell dreht sich weiter. Die neuen Eigentümer der Kika-Leiner-Immobilien haben laut „Krone“-Informationen das internationale Maklerbüro CBRE für den Weiterverkauf von 24 Objekten beauftragt, die bis Ende Mai im Eigentum der Signa-Gruppe rund um Kaufhausjongleur René Benko standen.

Der 46-jährige Tiroler Benko hatte seit 2018 unter tatkräftiger Mithilfe der Politik eine Sanierung der traditionellen Möbelkette mit insgesamt 40 Filialen versprochen, den Worten aber offensichtlich keine nachhaltigen Taten folgen lassen.

18 Möbelhäuser, sechs Lager
CBRE Österreich wurde kürzlich vom neuen Eigentümer, der Grazer Supernova-Gruppe des deutschen Unternehmers Frank Albert, mit der Vermarktung von 24 Objekten aus dem Kika-Leiner-Immobilien-Portfolio beauftragt. Bei den Immobilien, die in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Steiermark und dem Burgenland stehen, handelt es sich um 18 ehemalige Kika- bzw. Leiner-Möbelhäuser sowie sechs Lager-und Logistikobjekte. Großteils wurden die Schließung der Häuser bereits mit der Übernahme öffentlich verkündet; sie können daher schon per Ende Juli bestandsfrei von Interessenten übernommen werden.

(Bild: zVg)
(Bild: zVg)

Zu den Verkaufsobjekten in Tirol und Salzburg zählen die Kika-Häuser in Imst, Wörgl, St. Johann im Pongau und Lienz. In Ober- und Niederösterreich die Häuser in Ried im Innkreis, die Standorte in Steyr und Vöcklabruck, Amstetten, Krems, Stockerau und Mistelbach. Dazu kommt in Wien die Leiner-Filiale im 22. Bezirk, im Burgenland sind die Standorte Eisenstadt und Unterwart zu haben. Und in der Steiermark werden Immobilien in Leoben, Feldbach und Judenburg auf den Markt geworfen.

314.459 Quadratmeter in sieben Bundesländern
Schon im Rahmen der Übernahme des Immobilienpakets durch die Supernova-Gruppe hat Eigentümer Frank Albert im „Krone“-Gespräch die Verwertung einzelner Immobilien durchklingen lassen. Jetzt stehen 383.756 m2 Gesamtgrundstücksfläche bei einer Gesamtnutzfläche von 314.459 m2 in sieben Bundesländern zum Verkauf. Die Objekte können sowohl einzeln als auch im Paket erworben werden.

Benkos Signa hatte Kika-Leiner Ende Mai an Supernova bzw. den Handelsexperten Hermann Wieser verkauft. Zuletzt berichtete die „Frankfurter Allgemeine“ über eine noch nie da gewesene Prüfung durch die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Visier: europäische Banken mit Benkos Signa als Kunden.

Netzwerker: René Benko (li.), NEOS-Finanzier Hans Peter Haselsteiner und SPÖ-Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer (Bild: Andreas Tischler/Vienna Press, Krone KREATIV)
Netzwerker: René Benko (li.), NEOS-Finanzier Hans Peter Haselsteiner und SPÖ-Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer

Gusenbauer, Strabag, Raiffeisen
Übrigens: Ex-SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer nimmt sowohl bei Signa als auch bei der Strabag als Präsident wesentliche Aufsichtsratsfunktionen wahr. Strabag-Gründer Hans Peter Haselsteiner ist maßgeblicher Signa-Investor.

(Bild: APA/Herbert Neubauer)

Als entscheidender Signa-Geldgeber gilt in Österreich die Raiffeisen-Bankengruppe, die der Signa-Gruppe laut „Spiegel“ in Summe etwa zwei Milliarden Euro geborgt haben soll. Zum Raiffeisen-Reich gehören auch Medienbeteiligungen wie etwa der „Kurier“.

Porträt von Kronen Zeitung
Kronen Zeitung
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