„So etwas haben wir noch nie erlebt!“: Die derzeitige Wetterlage lässt vielen Österreichern aktuell das Blut in den Adern gefrieren. Erschütternde Fotos und Videos zeigen die Auswirkungen der heftigen Unwetter im Süden. Überflutungen, Evakuierungen und Hangrutschungen waren die Folge. Während sich die Lage in Kärnten allmählich beruhigt, zieht der Starkregen weiter in Richtung Norden. Meteorologen informieren, wo es in den kommenden Stunden ernst werden könnte:
Es ist der zweite Tag, an dem der Süden des Landes im Regen versinkt. Während in manchen Gemeinden darum gebeten wurde, die Häuser nicht zu verlassen, mussten etwa in St. Paul im Lavanttal und in Leibnitz Bewohner bereits ihre Häuser verlassen.
Nachdem am Freitag vor allem Kärnten und die Südoststeiermark von den Unwetterschäden betroffen war, könnte es in den kommenden Stunden auch für die Bewohner in der Nordsteiermark und weiteren Teilen des Landes ernst werden.
Kitzbühel von Hochwassergefahr besonders betroffen
Aktuell warnt die österreichische Unwetterzentrale (UWZ) vor Starkregen in den Bundesländern Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Tirol - dort wurde bereits Freitagabend eine Warnung ausgesprochen. Auch am Samstagnachmittag blieb die Wettersituation weiter angespannt, zumindest teilweise konnte aber eine leichte Entwarnung geben werden. In Sorge ist man allerdings noch in Teilen des Außerferns und entlang der Großache im Bezirk Kitzbühel.
Der prognostizierte Regen könnte vor allem dort zu Problemen führen. Die GeoSphere Austria gab für diese Gebiete die Warnstufe „Orange“ (3 der vierteiligen Skala) aus. Laut den Meteorologen sowie Berechnungen des Hydrografischen Dienstes Tirol kann der schon länger anhaltende Niederschlag bis zum Sonntag zu einer steigenden Hochwassergefahr in diesen Bereichen führen. Die L37 Thierseestraße im Bezirk Kufstein musste nach einem Erdrutsch gesperrt werden.
Auch Land Salzburg warnt vor Überschwemmungen
Aktuell schüttet es auch in Salzburg wie aus Eimern. Neben regionalen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr steigt auch die Gefahr durch Muren und Hangrutschungen. Zudem warnt das Land Salzburg vor Überschwemmungen im Bereich von kleineren und mittleren Fließgewässern. Vor allem im Pinzgau wird der Pegelstand genau beobachtet. Hochwasserwarnung wurde bereits im Großarltal aktiviert - die Einsatzkräfte stehen schon in Alarmbereitschaft.
Kleine Überflutungen in Oberösterreich möglich
Die Niederschläge von Freitagnacht setzen sich auch in Oberösterreich am Samstag fort, sollen aber im Tagesverlauf auch wider abschwächen. Dennoch werden die Wasserstände an den Hauptgewässern deutlich ansteigen. Das Land Oberösterreich informiert, dass am Inn und an der Enns Warngrenzen erreicht und leicht überschritten werden könnten. Bei kleinen und mittelgroßen Gewässern sind kleinräumige, lokal begrenzte Überflutungen möglich.
Vorerst sprechen Meteorologen in Niederösterreich nur in den Gebieten St. Pölten, Lilienfeld, Scheibbs, Amstetten, Melk und Waidhofen an der Ybbs eine Warnung aus. Auch hier dürfte es am im Laufe des Samstags zu Starkregen kommen.
Lage in Kärnten bleibt weiterhin angespannt
Zwar lässt der Regen in Kärnten allmählich nach, die Lage bleibt durch die bereits verursachten Schäden dennoch weiterhin angespannt. Der Urlaubsverkehr in den Süden verläuft am Samstag chaotisch, denn der Karawankentunnel nach Slowenien musste gesperrt werden. Es bildete sich ein kilometerlanger Stau.
Dramatisch ist die Lage auch abseits der großen Verkehrsrouten: Dutzende Häuser mussten evakuiert, Campingurlauber in Sicherheit gebracht werden. Die Regierung hat unterdessen Hilfe aus dem Katastrophenfonds angekündigt.
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