Müll und Kriminalität: Anrainer meiden den Keplerpark. Die „Krone“ war mit Sicherheitssprecher Christian Hursky vor Ort.
Der Keplerpatz ist und bleibt eine Problemzone, nicht zuletzt wegen der „Rattenplage“ vor dem Amtshaus vergangene Woche. Diese war auch Anlass für den Lokalaugenschein mit SPÖ-Sicherheitssprecher Christian Hursky. Dabei bot der Keplerplatz ein authentisches Bild: Drogenbanden und Trunkenbolde lungern im Park herum. „Ich würde mich vielleicht in den Park setzen, aber meine Frau nicht“, stellt der Politiker fest. Daran ändern auch die neuen künstlerisch gestalteten Bankerl nichts. „Die Zahl der Anzeigen ist trotz Schutzzone weiter hoch“, weiß Hursky. Anfang des Jahres wurden 70 zusätzliche Polizisten für den 10. Bezirk versprochen, auf die wartet man immer noch.
Polizei passiert Park, steigt aber nicht aus
Während unseres Gesprächs passiert auch ein Polizeiwagen den Park. Aussteigen tut jedoch niemand, den Banden ist das sichtlich egal. „Persönliche Präsenz der Exekutive würde mehr bringen“, kommentiert der Gemeinderat die gebotene Szene.
Ich würde mich vielleicht in den Park setzen, aber meine Frau nicht. Hier müssen wir ansetzen.
SPÖ-Sicherheitssprecher Christian Hursky
Gefordert wird ein Bündel an Maßnahmen
Wegen der Hitze und Störenfriede verlagern wir das Gespräch in ein Lokal. Dort bestellt der Favoritner einen Osmanischen Eisbecher. „Ein wenig Humor muss sein“, schmunzelt Hursky. Zurück zu ernsteren Themen. Was braucht es, um den Keplerplatz wieder lebenswerter zu machen? „Ich habe mir vor kurzem einige Brennpunkte in Wien angesehen, darunter auch den Praterstern“, berichtet der Sozialdemokrat. Dort habe sich die Lage entspannt, er führt das auf die Umgestaltung zurück. Auch für den Keplerplatz könnte er sich so etwas vorstellen. Für den 62-Jährigen steht aber auch fest, dass es nicht eine Universallösung geben kann. Viel mehr bräuchte es Maßnahmen auf vielen Ebenen. Angefangen mit Sozialarbeitern, die sich um die Süchtigen kümmern, bis zu Müllmanagement. „Es braucht eine bessere Koordination der MA 42 und MA 48“, so der Lokalpolitiker.
Nicht nur Schlechtes hat die Gegend zu bieten, unweit befindet sich der Viktor-Adler-Markt. „Hier widerspreche ich ÖVP-Wien-Chef Karl Mahrer, wenn er sich über den Markt empört. Er bietet ein vielfältiges Angebot zu günstigen Preisen. Ich kaufe selbst dort ein“, so Hursky.
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