Entwarnung kann in vielen Teilen Salzburgs noch nicht gegeben werden. Weil nach den Regenmassen am Montag über Nacht auf Dienstag der Niederschlag nachgelassen hat, hat sich die Situation etwa im Großarltal, Gasteinertal und Rauris aber etwas entspannt. Diese drei Täler sind nun auch wieder erreichbar.
Eine generelle Entwarnung kann jedoch nicht gegeben werden. Am Dienstag setzte in den Morgenstunden teilweise wieder Regen ein. Die Landespolizeidirektion Salzburg teilte etwa gegen 6.30 Uhr mit, dass die B159 am Pass Lueg komplett gesperrt sei, außerdem hätten im Pinzgau die Regenfälle wieder zugenommen.
Weiterhin sind hunderte Einsatzkräfte von Katastrophenschutz, Feuerwehr und den Bezirkshauptmannschaften im ganzen Bundesland im Einsatz, um einen Überblick über die angespannte Lage zu bewahren. Das Land Salzburg gab bekannt, dass mehr als 1500 Feuerwehrleute seit gestern angepackt haben.
Streckensperren der ÖBB werden weniger
Positiv: Die Pegelstände sind nur noch vereinzelt so hoch, dass sie laut Hydrografischem Dienst an der Meldegrenze liegen und somit zur Gefahr werden könnten. Etwas aufgeatmet darf auch im Verkehr wieder werden. Seit 5 Uhr sind die Verbindungen auf der Straße ins Raurisertal, Gasteinertal und Großarltal wieder erreichbar.
Auch auf der Schiene verbessert sich die Lage zusehends. Die Weststrecke zwischen Golling-Abtenau und Werfen sollte ab 18 Uhr wieder frei sein. Bereits ab 14 Uhr sollte es auf der Tauernstrecke zwischen Schwarzach/St. Veit und Böckstein keine Einschränkungen mehr geben.
Pinzgauer Lokalbahn nahm abermals Schaden
Die bereits 2021 beim Riesen-Hochwasser schwer beschädigte und wiederaufgebaute Pinzgauer Lokalbahn dürfte abermals etwas abbekommen haben. Betroffen dürfte der Abschnitt in Niedernsill sein.
Im Ponzgau, speziell in St. Johann und Bischofshofen indes, kämpften über 200 Einsatzkräfte gegen die Wassermassen. Der St. Johanner Ortsteil Urreiting ist besonders betroffen, genauso das Gewerbegebiet. Unter großem Einsatz konnte verhindert ein Wasser-Eindringen verhindert werden, womit Schadstoffe in die Salzach gelangen hätten können.
Bad Gasteins Bürgermeister ist beruhigt
„Wir waren wirklich an Messers Schneide mit den Wassermassen“, schildert Bad Gasteins Bürgermeister Gerhard Steinbauer der „Krone“ am Dienstagmorgen. „Wir mussten nur ein Haus evakuieren. Richtig Glück hatten wir in Badbruck: Da haben nur noch ein paar Zentimeter gefehlt und das Wasser wäre unter der Brücke nicht mehr durchgegangen. Ich will mir nicht ausmalen, was dann passiert wäre. Jetzt hat es sich entspannt.“
Dammbruch im Oberpinzgau
Nicht ganz so gut davongekommen ist, wie berichtet, Niedernsill. „Die Salzach rinnt immer noch in die Felder raus“, sagt Ortschef Günther Brennsteiner. Ärgerlich: „Zwischen Uttendorf und Niedernsill hat es genau da einen Dammbruch gegeben, wo auch die Bahnstrecke vorbeiführt. Genau dort ist im Zuge von Neubaumaßnahmen wieder alles hergestellt gewesen. Eine Betonmauer ist leider abgesunken.“ Der Schienenverlauf der Pinzgauer Lokalbahn hat also wieder Schaden genommen.
Ebenfalls weiterhin grobe Probleme im Oberpinzgau bereitet Mittersill: Wegen des hohen Pegels der Salzach mussten die Hubbrücke gehoben und Retentionsbecken geflutet werden. Drei Personen mussten per Drehleiter vorsorglich aus Häusern geborgen werden.
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