Der neue steirische Wein-Jahrgang verspricht hervorragende Qualität bei zurückgehender Menge. Die Wetterkapriolen von 2024 haben ihre Spuren hinterlassen, doch der befürchtete Groß-Ausfall nach dem Spätfrost im April ist glücklicherweise ausgeblieben.
Die Eröffnung der Wein-Saison mit der Präsentation des neuen Jahrgangs ist stets auch ein Wetterbericht. El Niño, extrem früher Austrieb, dann Schnee und Frost Ende April – Erinnerungen an das schwarze Jahr 2016 wurden wach, als die Ausfallsquote bei 70 Prozent lag. Die Wetterkonstellation sei im Vorjahr durchaus ähnlich gewesen, sagt Wein-Steiermark-Obmann Stefan Potzinger. In klassischen Frostlagen habe es auch Verluste gegeben, insgesamt sei man aber mit einem blauen Auge davongekommen. So verzeichnet man qualitätsmäßig das neunte gute Weinjahr hintereinander.
Lese kurz und knackig
Durch den warmen, trockenen Sommer habe man weniger Pflanzenschutz benötigt als sonst. Die Lese startete rund zwei Wochen früher als üblich, die Mengen waren gering, doch die Trauben „wunderschön und extrem gesund, einfach perfekt“, sagt Potzinger. In seinem Betrieb in Gabersdorf habe er noch nie so wenig Geld für die kurze, knackige Lese aufgewendet. Einige Tage musste man im September wegen starker Regenmengen pausieren, das habe sich – im Gegensatz zu Niederösterreich – aber kaum niedergeschlagen.
„Es ist ein absoluter Top-Jahrgang, so wie immer in den letzten neun Jahren“, sagt Potzinger mit einem Schmunzeln. 15,9 Millionen Liter oder 20 Millionen Flaschen sind am Ende herausgekommen. Damit liegt man mengenmäßig deutlich unter dem langjährigen Schnitt, „aber wir haben für jeden genug Wein“, beruhigt der Weinbau-Präsident. Europaweit ist die Produktionsmenge auf den niedrigsten Stand seit den 1960er-Jahren gesunken, hier ist die Steiermark noch vergleichsweise gut aufgestellt.
Mengen-Güte-Gesetz: Weniger Ertrag = höhere Qualität
Der neue Wein-Steiermark-Geschäftsführer Martin Palz verweist auf das Mengen-Güte-Gesetz, wonach umso bessere Qualität herauskommt, je geringer die Ernte ausfällt. Bei Joanneum Research wurde eine umfangreiche Studie zum Thema Spätfrost in Auftrag gegeben, aus der eine detaillierte, auf 50 Meter genaue Landkarte der am stärksten gefährdeten Gebiete entstand. So könne man nun zielgerichteter vorgehen.
Die aktuellen, extremen Temperaturschwankungen zwischen 20 Grad in der Vorwoche und Minusgraden wenige Tage später machen den Experten indes weniger Kopfzerbrechen: „Die jetzigen kalten Nächte und kühlen Tage tun uns extrem gut, weil der Austrieb verzögert und so die Frostgefahr kleingehalten wird“, erklärt Potzinger.
„Wissen ist Kapital“
Dennoch haben manche Weinbauern aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre gewisse Befürchtungen vor dem April, sagt Maria Pein, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer. „Die Lagen werden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen“, Beratung und Weiterbildung seien das Um und Auf. „Wissen ist Kapital“, die Angebote der Kammer würden seitens der Betriebe gut angenommen.
Auch von der weltweiten Marktentwicklung kann sich die Steiermark nicht entkoppeln. Der Weinkonsum geht zurück, was etwa in Frankreich und Spanien bereits zu großflächigen Rodungen geführt hat. Weiters geht der Trend seit Jahren in Richtung Kauf im Lebensmittelhandel, wohingegen die Steiermark mit direktem Zugang punkten will. Besonders schmerzlich für die heimischen Weinbauern ist die Schließungwelle bei gutbürgerlichen Wirtshäusern, die stets ein verlässlicher Partner waren. Insgesamt sagt Potzinger aber: „Weinkrisen sind so alt wie die Weinkultur selbst. Ich sehe das recht entspannt.“
Ausdrucksstark und haltbar
Und wie ist er geworden, der Jahrgang 2024? Jedenfalls ausdrucksstark und haltbar, sind sich die Experten einig. Unbestritten wichtigste Sorte bleibt der Sauvignon Blanc, doch auch der frühere Platzhirsch Welschriesling erfreut sich wieder wachsender Beliebtheit. Und der Gelbe Muskateller ist ohnehin „einer der Shootingstars der letzten Jahre“, sagt Palz. Offiziell präsentiert werden die neuen Tropfen am 2. April in der Grazer Stadthalle.
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