Bezirk Leoben

FPÖ wird Zweiter, SPÖ verliert absolute Mehrheit

Steiermark
23.03.2025 17:21

Die Gemeinderatswahlen sind geschlagen. Die größte steirische Stadt, in der heute gewählt wurde – Leoben – zeigt einen eindeutigen Trend: SPÖ verliert, FPÖ jubelt, die ÖVP gewinnt nur ganz wenig. Radmer wechselt die Farbe von rot auf schwarz. In Kalwang gewinnt die FPÖ 14,5 Prozentpunkte, in St. Michael hat sie sogar Hoffnungen, die Bürgermeisterin zu stellen. Die ÖVP holt in Eisenerz die Absolute.

Florian Wernbachers FPÖ jubelt, bei Kurt Wallners SPÖ herrschen lange Gesichter. In der Montanstadt Leoben werden die politischen Karten neu gemischt: Die SPÖ verliert ihre knappe absolute Mehrheit von 2020 und kommt diesmal auf knapp unter 40 Prozent der Stimmen: 39,3 Prozent bedeuten 13 Mandate, drei weniger als noch beim letzten Mal. Der große Gewinner ist auch hier die FPÖ. Sie legt auf 22,4 Prozent zu und wird Zweiter – gestartet hatte man bei nur acht Prozent. 

Bitter ist das für die ÖVP und Reinhard Lerchbammer, die auf den dritten Platz verdrängt wird, aber die fünf Mandate im Gemeinderat halten kann. Die Grünen bekommen ein Mandat, die KPÖ unter Werner Murgg verliert zwei der fünf Mandate und wird prozentmäßig einstellig. Walter Reiters Bürgerliste schafft zwei Mandate. Neos gehen (wieder) leer aus.

Reinhard Lerchbammer, ÖVP Leoben (Bild: Radspieler Jürgen)
Reinhard Lerchbammer, ÖVP Leoben

Eisenerz: ÖVP holt sich die Absolute
ÖVP-Mann Thomas Rauninger hatte Eisenerz 2020 von rot auf schwarz umgefärbt – eine Sensation. Groß war die Spannung, ob er sich behaupten kann. Das Ergebnis zeigt: Rauninger holt diesmal sogar die absolute Mehrheit für die Schwarzen und landet bei 50 Prozent der Stimmen (+9,2%)! Die SPÖ verliert 7 Prozentpunkte, die KPÖ ganze 9,1. 

Thomas Rauninger bleibt ÖVP-Bürgermeister in Eisenerz (Bild: Radspieler Jürgen)
Thomas Rauninger bleibt ÖVP-Bürgermeister in Eisenerz

Niklasdorf: FPÖ verfehlt ersten Platz
In Niklasdorf hat sich die FPÖ große Hoffnungen gemacht: Klubobmann Marco Triller stellte dort den Bürgermeister-Anspruch und wollte SPÖ-Bürgermeister Johann Marak ablösen. Diese Mission ist gescheitert, mit einem Plus von zwölf Prozentpunkten darf sich der Freiheitliche aber trotzdem über 37,4 Prozent der Stimmen freuen. Die SPÖ verliert leicht, aber hält mit 54,7 Prozent die absolute Mehrheit. „Wir sind zufrieden“, sagt Triller trotzdem. „Mit sechs Mandaten brauchen wir uns nicht verstecken.“

Marco Triller, Klubobmann der FPÖ im Landtag, wollte Bürgermeister von Niklasdorf werden (Bild: Jauschowetz Christian)
Marco Triller, Klubobmann der FPÖ im Landtag, wollte Bürgermeister von Niklasdorf werden

In Trofaiach gab sich Mario Abl (SPÖ) schon vorab recht siegessicher und beweist nun, dass er seinen Vorsprung sogar noch ausbauen kann: Die SPÖ landet bei 57,3 Prozent (+4,3%). Die FPÖ gewinnt 11,1 Prozentpunkte (15,4 Prozent insgesamt), die der KPÖ und der ÖVP abhanden gekommen sind. 

Gemeinde im Gesäuse schwarz eingefärbt
Die kleine Gemeinde Radmer beim Nationalpark Gesäuse wurde umgefärbt: Zuvor hielt die SPÖ 54 Prozent und fünf von neun Mandaten, nun gewinnt die ÖVP 10,9 Prozentpunkte. Karl Gottsbacher dürfte damit wohl Gerhard Winter als Bürgermeister ablösen.

Karl Gottsbacher trat erfolgreich für die ÖVP in Radmer an (Bild: Benjamin Gasser)
Karl Gottsbacher trat erfolgreich für die ÖVP in Radmer an

Auch in St. Michael in der Obersteiermark muss die SPÖ einen herben Verlust hinnehmen: Sie rasselt um 28,7 Prozentpunkte auf 37,4 Prozent hinab. Gewinner ist die FPÖ, die fast 25 Prozent zulegt und den Roten mit 36,4 Prozent fast das Wasser reichen kann. Hier malt sich die FPÖ sogar eine Chance auf den Bürgermeister-Posten für Nationalratsabgeordnete Nicole Sunitsch aus. „Das wäre natürlich eine schöne Sache, eine Bürgermeisterin im Bezirk zu haben“, sagt Marco Triller.

Nicole Sunitsch, FPÖ (Bild: Helmut Niemand)
Nicole Sunitsch, FPÖ

Hochburgen halten
Walter Hubner, seit 1999 Bürgermeister von Vordernberg, fuhr 2020 mit 77,6 Prozent für die SPÖ ein sensationelles Ergebnis ein – und hat sich nun noch einmal selbst übertroffen und landet bei 78,5 Prozent der Stimmen. In Wald am Schoberpaß verliert die SPÖ einen einzigen Prozentpunkt an die ÖVP und hält nun bei 73 Prozent, auch in Kammern im Liesingtal bleibt die SPÖ bei rund 65 Prozent, die ÖVP gibt ein paar Prozent an die FPÖ ab. 

In Kraubath an der Mur rutsch die ÖVP knapp unter die 80-Prozent-Marke (79,8%). In Mautern hält die Absolute der VP ebenfalls, wenn auch mit leichten Verlusten in Richtung der FPÖ.

Schwere Verluste muss in Traboch ÖVP-Bürgermeister Joachim Lackner hinnehmen: Er verliert 22 Prozentpunkte, hat mit 53,5 Prozent aber weiterhin eine Absolute im Gemeinderat mit acht von 15 Mandaten. Die Stimmen gehen vor allem zugunsten der FPÖ (+18 Prozentpunkte).

In Kalwang verliert die ÖVP ihre Absolute – 12,2 Prozentpunkte wandern an die FPÖ, die damit bei 41 Prozent und vier Mandaten landet. Der Volkspartei bleiben 43,6 Prozent und vier Mandate übrig, die SPÖ hat 15,6 Prozent (ein Mandat). Sie kann nun entscheiden, ob Schwarz (Mario Angerer) oder Blau (Klemens Draxl) den Bürgermeister stellen. 

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