Zu viele wollen Geld

Land setzt Förder-Anträge für junge Häuslbauer aus

Steiermark
31.03.2025 12:00

Viele neu gestaltete Wohnbau- und Heizungstausch-Förderungen des Landes Steiermark werden gut angenommen – zu gut. Nun zieht das Land die Reißleine: Ab Montag, 12 Uhr, können keine neuen Anträge mehr eingereicht werden. Betroffen sind unter anderem der Jungfamilien-Bonus und die Eigenheim-Förderung.

Teure Kredite, die viele erst gar nicht bekommen, weil sie zu wenige Eigenmittel haben, enorme Baukosten, hohe Energierechnungen: Um die verschärften Umstände beim Wohnen für die Steirer abzufedern, hat die (ehemalige) steirische Landesregierung mehrere Pakete geschnürt. Das Jüngste war 300 Millionen Euro schwer und startete im September 2024.

Darin umfasst: ein Jungfamilien-Bonus für die Hausstandsgründung mit bis zu 10.000 Euro, mit dem man einen Kredit oder (zu einer geringeren Summe) auch Einrichtung gefördert bekam. Außerdem stellte das Land günstige Darlehen mit 0,25 bis 1,5 Prozent Zinsen bis 200.000 Euro für den Kauf des ersten Eigenheims – ob neu oder saniert – zur Verfügung. 

Zitat Icon

Ich bin überwältigt vom Zuspruch und freue mich, dass unsere Förderungen so gut angenommen werden. Die jetzt erforderliche Maßnahme ist keine Kürzung des Budgets.

(Bild: APA/ERWIN SCHERIAU)

Wohnbau-Landesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP)

Antragszahlen verachtfacht, lange Bearbeitungszeiten
Mit diesen und weiteren Sanierungs- und Heizungstausch-Förderungen hat das Land scheinbar voll ins Schwarze getroffen. Die Anträge haben sich bei der Eigenheimförderung verachtfacht und übersteigen die Erwartungen massiv. Beim Jungfamilien-Bonus gab es 2024 715 Anträge, 2025 waren es 773. Das führt dazu, dass die Bearbeitungszeiten länger dauern – bis zu acht Monate müssen Antragssteller aktuell auf ihr Geld warten, obwohl man von Landesseite das Personal massiv aufgestockt hat. Viele Anträge entsprechen nicht den Regeln, jeder einzelne muss genau geprüft werden, heißt es.

Sehr gut angenommen werden auch die kleine energetische Sanierung (damit wird zum Beispiel der Tausch von Fenstern gefördert) und der Heizungstausch (13.000 Anträge). 

Antrags-Stopp ab sofort
Die Wohnbau-Abteilung des Landes nimmt ab Montag, 31. März 2025, 12 Uhr, keine neuen Anträge mehr für diese vier Förderschienen entgegen. Förderungen für die umfassende energetische Sanierung und die große Eigenheimsanierung können noch bis 30. April 2025 gestellt werden.

„Das ist kein Förderstopp, sondern ein zwischenzeitlicher Antragsstopp“, betont die zuständige Landesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP). Man will damit vermeiden, dass das Budget überschritten wird. Ganz wichtig: „Jeder Antrag, der bis dato gestellt wurde, wird auch bearbeitet.“ Man müsse deswegen nicht anrufen. 

Evaluierung bis Herbst
Noch in dieser Woche wird eine Expertenkommission unter Fachabteilungsleiter Michael Sebanz damit beginnen, die Förderschienen zu evaluieren. „Wir wollen auf das Auslaufen der unsäglichen Kim-Verordnung und die gesunkenen Zinsen reagieren“, sagt Schmiedtbauer. Die Kim-Verordnung läuft mit Juli 2025 aus. Dann sind nicht mehr 20 Prozent Eigenmittel nötig, um einen Immobilien-Kredit zu bekommen. Ab Herbst kann man, so es das Budget erlaubt, für die überarbeiteten Förderungen ansuchen.

Unverändert bleibt die Geschoßbauförderung für Gemeinden und gemeinnützige Wohnbauträger.

„Angriff auf den Mittelstand“
Kritik an dem Aussetzen der Anträge kommt von der steirischen SPÖ. Parteichef Max Lercher: „Ich kann mich noch gut an die Wahlversprechen von Mario Kunasek erinnern, die er den Häuslbauern gemacht hatKaum ist die Sozialdemokratie nicht mehr in Regierungsverantwortung, wird deutlich, wofür Blau-Schwarz wirklich steht – Für die Bestrafung der echten Leistungsträgerinnen und Leistungsträger, die hart arbeiten und davon gut leben wollen.“

Übt Kritik an der Regierung: Steirer-SPÖ-Chef Max Lercher (Bild: Peter Drechsler)
Übt Kritik an der Regierung: Steirer-SPÖ-Chef Max Lercher

Lercher fordert, die Förderung beizubehalten. „Gerade für junge Menschen rückt der Traum von den eigenen vier Wänden sonst noch weiter in die Ferne.“ 

Grünen-Chefin Sandra Krautwaschl: „Jede Sanierung, jeder getauschte Heizkessel spart langfristig Milliarden, entlastet die Budgets und schützt das Klima.“ Und auch die KPÖ sieht ein „falsches Signal“: „Bereits bei der Präsentation des Wohnbaupakets haben wir kritisiert, dass die Dotierung der Förderungen für den angekündigten Zweck nicht ausreichend sein wird“, sagt KPÖ-Landtagsabgeordneter Alexander Melinz.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt