Neuer Vorwurf

Feuerwehrleute sollen Poolwasser veruntreut haben

Oberösterreich
31.03.2025 13:16

Ein schwarzes Feuerwehrauto, das angeblich privat genutzt wurde, hat den Anstoß zu den Ermittlungen in der Feuerwehr Marchtrenk (Oberösterreich) gegeben. Nun hat sich die Stoßrichtung der Justiz geändert. Denn dieses Mal stehen private Schwimmbäder im Fokus, genauer gesagt deren Füllung.

Seit einem Jahr laufen die Ermittlungen zur mutmaßlichen Misswirtschaft in der Marchtrenker Feuerwehr, es fiel auch schon der Vorwurf, dass diese als „Selbstbedienungsladen“ genutzt worden sei. Wegen „Verantwortungslosem Umgang mit Spenden- und Steuergeld“ wurde im Gemeinderat einstimmig der Absetzungsantrag des gesamten Kommandos beschlossen. Dieser ist jetzt beim Landesfeuerwehrkommando, das Verfahren wird sich aber noch Monate ziehen.

Zwei parallele Verfahren
Parallel laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wels und der Betrugsgruppe des Landeskriminalamts Oberösterreich. „Die Zahl der Beschuldigten hat sich von vier auf sechs ausgeweitet“, sagt Staatsanwalt Christoph Weber zur „Krone“ und bestätigt, dass bei allen sechs Feuerwehrleuten die Handys beschlagnahmt wurden. Ebenso die gesamte Buchhaltung und die Fahrtenbücher. Es geht um die Vorwürfe des schweren Betrugs, Untreue, Veruntreuung und schweren gewerbsmäßigen Diebstahl.

Eigene WhatsApp-Gruppe für Poolfüllungen
Gestohlen worden sei Wasser! Nämlich Trinkwasser aus der Ortswasserleitung, mit dem die Tankwagen gefüllt werden. Das Wasser soll dann in private Pools gepumpt worden sein – ohne ordentliche Rechnung und ohne dass der Gemeinde das Wasser bezahlt worden sei.

Poolbefüllungen seien in bar bezahlt und das Geld einbehalten worden, so der Vorwurf. Und weil es offenbar eine eigene WhatsApp-Gruppe zur Poolbefüllung gab, wurden die Privat-Handys des Kommandos und zweier weiterer Kameraden zur Auswertung konfisziert. Es soll um 188 Befüllungen gehen. „Das kann mehrere Wochen dauern“, so Weber. Alleine bei den Pools soll es um 35.000 Euro gehen. 

Auch Tierrettungen werden geprüft
Damit sind die anderen Ermittlungen aber nicht in den Hintergrund getreten. Es geht bekanntlich um ein privat genutztes Kommandoauto, einen 105.000 Euro teuren Mercedes, der von der Feuerwehr aus der „Portokassa“ gekauft worden sein soll, nachdem der Kommandant den Vorgänger im Rausch in der Steiermark geschrottet hatte. Dazu werden 127 Tierrettungen und deren Verrechnung geprüft. Und es geht auch um schwer nachvollziehbare Buchungen von Feuerwehr- auf Privatkonten und retour. Dies soll dazu gedient haben, dass das Feuerwehrkonto offiziell leer war und Förderungen lukriert werden konnten. 

150 Belege fehlten
Nachdem der mutmaßliche Finanzskandal durch einen Whistleblower ruchbar wurde, verlangte das Stadtamt alle Unterlagen. Doch es fehlten zuerst 150 Belege, in letzter Minute wurden sechs Ordner nachgeliefert und die Steuerberatungskanzlei KPMG prüfte diese und kam zum Schluss, dass es Misswirtschaft gegeben hat. Daher gehen die Ermittlungen weiter, die Unschuldsvermutung für alle Beteiligten gilt.

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