Ringen um Finanzierung

Warum jüdisches Kulturzentrum so wichtig ist

Steiermark Newsletter
02.04.2025 10:30

2020 stellte Elie Rosen, geschätzter Präsident der israelitischen Kultusgemeinde in Graz, erstmals sein Projekt vor: Die Steiermark sollte ein jüdisches Kulturzentrum erhalten, das erste in Österreich. Doch bis heute stehen die bereits gewidmeten Räumlichkeiten leer – obwohl eine Einrichtung wie diese ein überaus wichtiges Signal für Graz wäre. 

Die Synagoge mit ihrer 30 Meter hohen Außenkuppel bildete bis 1938 das Herzstück der jüdischen Gemeinde Graz mit ihren damals noch 2500 Mitgliedern (heute zählt sie gerade noch 200). In der Reichspogromnacht im November 1938 legte ein Nazi-Mob das Gebäude in Schutt und Asche, die Juden wurden vertrieben oder ermordet.

Auf dem Gelände der neu errichteten Synagoge soll 87 Jahre nach der Schande von Graz ein jüdisches Kulturzentrum entstehen und etwa Fotografen oder Malern eine Bühne in würdigem Rahmen bieten. Entsprechende Pläne präsentierte Elie Rosen, Präsident der jüdischen Gemeinde, der „Krone“ bereits 2020. Doch bis heute ist das Projekt nicht realisiert. Die Baukosten stiegen von ursprünglich avisierten 1,3 Millionen auf 1,9 Millionen Euro, Land und Stadt, die eine Kostenübernahme versprochen hatten, schoben sich gegenseitig die heiße Kartoffel zu. Mit der Folge, dass Rosen die Pläne bereits ad acta legen wollte. 

Nach Recherchen der „Krone“ soll die Finanzierung nun aber doch gesichert sein – Landeshauptmann Mario Kunasek versprach in letzter Minute, in der nächsten Regierungssitzung das Thema aufs Tapet zu bringen.

Gut so, denn dieses Kulturzentrum wäre ein wichtiges Symbol für religiöse und künstlerische Vielfalt, realisiert ausgerechnet in der einstigen „Stadt der Volkserhebung“. Und ein Zeichen dafür, dass sich Graz ehrlich um Wiedergutmachung bemüht.

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